Vortrag in Mönchengladbach – wie das Leben auf der Erde entstanden ist

Vom Gestein zur Zelle

Mönchengladbach · Martina Preiner reiste bereits zu den hydrothermalen Systemen der Tiefsee und leitet eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie. Bei einem Vortrag in Mönchengladbach hat sie sich nun einer der größten ungelösten Fragen der Wissenschaft gewidmet.

Martina Preiner sprach in Mönchengladbach unter anderem über das Miller-Urey-Experiment und ihre eigenen Forschungsarbeiten. Foto: Markus Rick (rick)

Die Biochemikerin Martina Preiner zog mit ihrem Vortrag über den Ursprung des Lebens zahlreiche Mitglieder des Wissenschaftlichen Vereins und deren Gäste in ihren Bann. Im voll besetzten Vortragsraum im Haus Erholung erklärte die Wissenschaftlerin, die seit 2023 eine eigene Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie und der Uni Marburg leitet, dass das Thema viel diskutiert sei. Ihren Zuhörern zeigte sie die Abbildung einer Zelle mit Zellkern und DNA. Voraussetzungen für das Entstehen von Leben seien aber auch ein vorhandener Energiehaushalt, Informationen zur Vererbung sowie eine Abgrenzung von der Umwelt, auch unter energetischen Aspekten.

Martina Preiner berichtete von ihrer Reise zu den hydrothermalen Systemen in der Tiefsee

Die frühere Wissenschaftsjournalistin, die auf eigenen Wunsch den Weg zurück ins Labor einschlug, sagte, dass sich die Erde bereits vor etwa 4,5 Milliarden Jahren geformt habe. Die Meere seien vor circa 4,3 Milliarden Jahren entstanden. Eine mondformende Kollision liege 4,4 Milliarden Jahre zurück. Westlich des Eisernen Vorhangs hätten sich jedoch andere Thesen zum Ursprung des Lebens entwickelt als in der damaligen Sowjetunion, so die Referentin aus Marburg. „Das zeigt, dass die Politik die Denkweisen der Wissenschaftler formte”, sagte sie.

Martina Preiner berichtete von ihrer Reise zu den hydrothermalen Systemen in der Tiefsee. Ihre Mission war es, diese zu erforschen. Zusammen mit einer großen Crew aus Biologen und Geowissenschaftlern untersuchte die junge Frau diese heißen Tiefseequellen im Atlantik, indem spezielle Rohre für Probenentnahmen ins Meer gelassen wurden. Die frühe Erde habe Kohlenstoffdioxid in mindestens 100-facher Menge gehabt. Es habe damals bereits flüssiges Wasser, also Ozeane, gegeben. „Ob es Land gab, wissen wir nicht.”