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Liberalismus in Zeiten von Trump – Die neue Einsamkeit der Neo-Konservativen

30. Januar 2018 19:00 - 21:00

Bernd Volkert

Aller Aufregung, Projektion und Dämonisierung zum Trotz, die es zuletzt rund um die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA gegeben hat, sind es zähe Kontinuitäten, die einen großen Teil der Weltpolitik im allgemeinen wie auch der amerikanischen Außenpolitik im besonderen bestimmen – und zwar in einer Form Mangelerscheinung: Im Anschluss an den Zusammenbruch und die schließliche Auflösung des sogenannten Realsozialismus, des einen Pols des damaligen Weltgefüges, erfasste im Prinzip alle bis dahin bestehenden internationalen Organisationen, Bündnisse et cetera eine existentielle Krise, für die noch keinerlei Auffangmechanismus entwickelt oder gefunden worden ist, mit dem man zu einem dauerhaften business as usual zurückkehren könnte – der anfänglichen Euphorie über den vorgeblichen Anbruch eines neuen globalen liberalen Zeitalters zum Trotz. Was die Regierungen der USA seither betrifft, waren sie seit spätestens 1990 um eine Lösung dieser Aufgabe bemüht – bei unterschiedlicher Gewichtung destruktiver oder konstruktiver Tendenzen, bei unterschiedlicher Mischung von Isolationismus und Transnationalismus. Gemein ist ihnen allen – Bush sr., Clinton, Bush jr., Obama, Trump -, dass sie das, was schon Bush sr. unmittelbar als ‚New World Order‘ deklariert hat, offenbar nicht etablieren konnten, vielleicht ihm nicht einmal näher gekommen sind. Die Europäer reagieren auf diese Anstrengungen der USA gerne leicht hysterisch, ob mit Verteufelungen und Weltuntergangsphantasien wie anläßlich von Trump oder vorher bei den beiden Bushs – beim zweiten Bush verbunden mit Verschwörungsvorstellungen über eine ‚Clique von Neokonservativen‘, die angeblich das Weltruder in die Hand genommen hätten – oder mit Anfällen kultischer Verehrung wie bei Obama. Dabei vergessen sie in ihrem Starren auf die USA gerne die alte Maßregel: De te fabula narratur. Da die erwähnten sogenannten Neokonservativen immerhin das Problem einer world gone wrong früh und grundsätzlich erkannt hatten, werden sie an diesem Abend gesondert ins Blickfeld genommen – inklusive ihrer – auch an Trump – gescheiterten Vorstöße und Lösungsansätze.

Bernd Volkert, geboren 1971 in Sulzbach-Rosenberg, versuchte schon im Studium, die Verwirrungen nach dem ‚Ende der Ideologien‘ mittels einer Beschäftigung mit den sogenannten amerikanischen Neokonservativen für sich aufzulösen. Dies resultierte in der Buchveröffentlichung ‚Der amerikanische Neokonservatismus. Entstehung – Ideen – Intentionen‘ (2006). Er verfolgte diesen Weg dann weiter als Promovierender, gefördert sowohl von der Axel-Springer-Stiftung wie von der Hanns-Böckler-Stiftung, betreut von Dr. Peter Rudolf von der Forschungsgruppe Amerika der Stiftung Wissenschaft und Politik. Volkert hat über die Jahre nicht nur über dieses Thema und die USA im allgemeinen in diversen Zeitungen und Magazinen gelehrt, veröffentlicht und Vorträge gehalten, sondern auch zu diversen anderen Fragen – beispielsweise über die französischen Situationisten und Guy Debord oder das Unsichtbare Komitee und ‚Der kommende Aufstand‘. Zudem hat er mittlerweile einen Band mit Gedichten veröffentlicht: ‚Immer noch nicht hell‘.

Details

Datum:
30. Januar 2018
Zeit:
19:00 - 21:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Wissenschaftlicher Verein Mönchengladbach gegr. 1849
E-Mail:
info@wissenschaftlicherverein.de
Website:
wissenschaftlicherverein.de

Veranstaltungsort

Haus Erholung
Johann-Peter-Bölling-Platz 1
Mönchengladbach, 41061 Deutschland
+ Google Karte
Website:
http://www.hauserholung.de