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Prof. Dr. Heiner Fangerau
Gentechnologien: Technische Entwicklungen und medizinethische Fragen

Di. 17. Dezember 19:00 - 21:00

Foto: Heiko Grandel

Fast täglich berichten die Medien von angeblichen Durchbrüchen in der medizinischen Gentechnologie, die Hoffnung für viele Patientinnen und Patienten mit sich bringen würden. Schlagworte wie CRISPR-CAS, Keimbahnchirurgie oder Gametogenese sind heute fast jedem Oberschüler bekannt. Im Vortrag werden die aktuellen Entwicklungen der Gentechnologie vor allem im Hinblick auf ihre ethischen Implikationen hin untersucht. Was heißt es zum Beispiel für eine Gesellschaft, wenn es möglich wird, Gene schon vorgeburtlich zu verändern? Handelt es sich um Manipulationen mit dem Potential ethische Friktionen auszulösen oder handelt es sich um therapeutische Eingriffe, die Leid vermindern? Was bedeutet die genbasierte Vorhersage von möglichen Krankheitsanfälligkeiten für Patientinnen und Patienten? Bringt diese Planungssicherheit oder Unsicherheit, Freiheit oder Sorgen mit sich? Wertkonflikte bestimmen die Debatten. Diesen soll im Vortrag auf den Grund gegangen werden.

Prof. Dr. Heiner Fangerau studierte an der Ruhr-Universität Bochum. Hier wurde er im Jahr 2000 mit einer medizinhistorischen Arbeit zur Geschichte der Rassenhygiene/Eugenik promoviert, bevor er nach kurzer Zeit als AiP in Bremen und an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Bonn im Jahr 2002 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik und Geschichte der Universität Göttingen tätig war. 2003 wechselte er ans Institut für Geschichte der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Hier habilitierte er sich Ende des Jahres 2007 für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Im Jahr 2008 nahm er einen Ruf an das dort neu gegründete Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm  an. Im Jahr 2014 folgte er einem Ruf an die Universität Köln, bevor er 2015 nach Düsseldorf berufen wurde. Seit dem 1.1.2016 leitet er dort das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Geschichte und Ethik der Medizin des 19. und 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf der Geschichte des biomedizinischen Modells, dem medizinischen Kinderschutz, der medizinhistorischen Netzwerkanalyse sowie der Ethik und Geschichte der Psychiatrie und Neurologie.

Prof. Heiner Fangerau war u.a. Präsident der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte und der European Association for the History of Medicine and Health und ist Herausgeber verschiedener internationaler medizinhistorischer Zeitschriften. Er ist u.a. Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Im Jahr 2014 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Medizinischen und Pharmazeutischen Universität Carol Davila in Bukarest verliehen. Im November 2017 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.

Details

Datum:
Di. 17. Dezember
Zeit:
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort

Haus Erholung
Johann-Peter-Bölling-Platz 1
Mönchengladbach, 41061 Deutschland
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Website:
http://www.hauserholung.de